Professionelles Coaching ist weder Therapie noch reines Motivations-„Pushen“. Es ist ein strukturierter Prozess, der dir hilft, Ziele zu klären, Verhalten zu verändern und konkrete Schritte umzusetzen. Damit das funktioniert, brauchst du den richtigen Coach.
Coaching, Mentoring, Therapie: sauber trennen
Coaching arbeitet zielorientiert mit Reflexion, Experimenten und Verantwortung. Mentoring ist stärker ratgebend und erfahrungsbasiert. Therapie behandelt psychische Gesundheit, Trauma oder klinische Belastung. Ein seriöser Coach kennt Grenzen und verweist weiter.
Schritt 1 — Definiere Erfolg (kurz, aber konkret)
- Ziel: Beförderung, Wechsel, Führungsrolle, Verhandlung, Präsentation, Selbstvertrauen, Burnout-Prävention.
- Zeitrahmen: 6 Wochen, 3 Monate, 6 Monate.
- Erfolgskriterium: Entscheidung getroffen, Unterlagen fertig, Interview-Performance, neue Führungsroutine, messbare Veränderungen.
Schritt 2 — Rahmen: ohne klaren Rahmen kein Coaching
Erwarte Klarheit zu Zielen, Rhythmus, Vertraulichkeit, Storno-Regeln, Grenzen und Aufgaben zwischen den Sessions.
- Vereinbarung/Vertrag
- Vertraulichkeit explizit
- Ethik (keine unrealistischen Versprechen)
Schritt 3 — Zertifizierung: gutes Signal, aber kein Beweis
Zertifikate (z. B. ICF, EMCC) können für Ausbildung, Supervision und Ethik stehen. Entscheidend ist jedoch die Kombination aus Ausbildung + Praxis + Supervision + professioneller Haltung.
Schritt 4 — Erfahrung: Relevanz schlägt Prestige
- Hat der Coach mit ähnlichen Profilen gearbeitet (Level, Branche, Kontext)?
- Versteht er/sie deine Rahmenbedingungen (Stakeholder, Politik, Druck)?
- Wie lange wird tatsächlich gecoacht, nicht nur „nebenbei“?
Schritt 5 — Spezialisierung: passend zum Problem
- Karriere & Transition: Positionierung, Story, Suchstrategie.
- Leadership: Einfluss, Feedback, Konflikte, Entscheidungen.
- Kommunikation: Auftreten, Assertivität, Präsentation.
- Nachhaltige Leistung: Grenzen, Prioritäten, Energie.
Schritt 6 — Methode: „Wie arbeiten wir konkret?“
Gutes Coaching ist nicht nebulös. Es hat Struktur: Analyse, Ziele, Experimente, Feedback, Iteration.
- Tools: Übungen, Rollenspiele, Aktionspläne.
- Zwischen den Sessions: kleine Aufgaben mit Review.
- Messung: einfache Indikatoren für Fortschritt.
Schritt 7 — Beziehung: Vertrauen plus Challenge
Du brauchst psychologische Sicherheit, aber auch jemanden, der Muster anspricht und dich aus Endlos-Schleifen herausholt.
Fragen fürs Erstgespräch
- Welche Themen und Klienten begleitest du am häufigsten?
- Wie strukturierst du ein 6–10 Sessions Coaching?
- Wie gehst du mit Vertraulichkeit und Ethik um?
- Ein anonymisiertes Beispiel für Ergebnisse und Vorgehen.
- Was machst du, wenn ein Klient nicht vorankommt?
Warnsignale
- Garantierte Ergebnisse.
- Pseudowissenschaft oder „Tricks“ statt sauberer Arbeit.
- Kein Rahmen, keine Vereinbarung, keine Grenzen.
- Starker Verkaufsdruck, Schuldgefühle als Hebel.
- Verhalten, das Abhängigkeit erzeugt.
Preis: Wert statt Stundenlohn
Was ist dir eine schnellere Entscheidung, eine bessere Verhandlung, mehr Wirksamkeit als Führungskraft wert? Wenn der Coach den Wert nicht erklären kann, ist der Preis zufällig.
Praxistipp
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